Wer übernimmt den Campingplatz „Klagenfurt Wörthersee“? Ungewisse Zukunft nach Widerruf der Ausschreibung
Die Zukunft des Campingplatzes „Klagenfurt Wörthersee“ bleibt offen: Die Stadtwerke Klagenfurt haben den Vertrag mit dem langjährigen Pächter Thomas Freund mit Ende 2025 gekündigt und suchen einen Nachfolger für den Betrieb der Anlage mit rund 350 Stellplätzen. Ein erstes Ausschreibungsverfahren wurde Ende Juni widerrufen; derzeit läuft ein erneutes Verfahren. Aus dem Rathaus wird berichtet, dass neben Freund als weiterem Interessenten die Michaeler Tourism Group (FMTG, Teil der Falkensteiner-Gruppe) im Rennen sein soll. Offizielle Bestätigungen seitens Stadtwerken oder FMTG liegen nicht vor.
Hintergrund: Warum wird neu verpachtet?
Die Kündigung des langjährigen Pächters steht im Zusammenhang mit geplanten Sanierungsarbeiten am Platz, die im Herbst starten sollen. Solche Investitionen führen voraussichtlich zu höheren Pachtsätzen; deshalb wollen die Stadtwerke den Betrieb neu vergeben. Freund hat eine Interessensbekundung fristgerecht abgegeben, wartet jedoch seit Wochen auf die Ausschreibungsunterlagen, die ihm die Möglichkeit geben würden, ein Betriebskonzept einzureichen. Er kritisiert die Verzögerung, zumal es sich bereits um den zweiten Anlauf handelt.
Wer sind die Bewerber — und was würde das für den Platz bedeuten?
Laut Informationen aus dem Rathaus gelten zwei Bewerber als nennenswert: der derzeitige Pächter Thomas Freund und die Michaeler Tourism Group. Für die FMTG wäre es der erste Campingplatz am Wörthersee; die Gruppe hat in den letzten Jahren jedoch verstärkt auf Premium-Camping gesetzt, etwa durch die Übernahme des Grubhof bei Lofer und Projekte wie „Camping Hafnersee – managed by Falkensteiner“. Dort sind Umbaupläne vom klassischen Stellplatz zum Luxuscamping bekannt — ein Modell, das auch für „Klagenfurt Wörthersee“ denkbar wäre.
Wichtig: Weder die Stadtwerke noch die FMTG haben Details zu konkreten Konzepten oder Investitionsplänen bestätigt. Die FMTG verweist auf grundsätzliche Vertraulichkeit, die Stadtwerke betonen, dass das Verfahren neu ausgeschrieben wurde, „um einen hinreichenden Wettbewerb zu gewährleisten“.
Der Zustand des Platzes und Herausforderungen
Der Campingplatz hat in den Unwettern 2023 schwere Schäden erlitten; Rezeption, Shop und Restaurant wurden stark beschädigt, Teile des Betriebs liefen zeitweise aus Containern weiter. Mit rund 80.000 Nächtigungen pro Jahr zählt die Anlage dennoch zu den größeren in Kärnten. Ausbau- oder Modernisierungsbedarf ist offensichtlich, insbesondere wenn man an Premium-Positionierungen denkt. Allerdings fehlen derzeit verbindliche Finanzmittel für größere Projekte: Ein geplantes Ganzjahresangebot „Sauna am See“ und weitere Investitionen sind laut Aufsichtsrat derzeit nicht priorisiert — Mittel seien anderweitig verplant, unter anderem für eine Dividendenzahlung an die Stadt.
Was bedeutet das für Camper:innen?
Für Gäste ändert sich kurzfristig wenig: Der Platz bleibt bis zur Übergabe 2025/2026 grundsätzlich weiter in Betrieb. Ab Mai 2026 wird jedoch ein neuer Pächter erwartet, was Änderungen bei Angebot, Preisen und Ausrichtung bedeuten kann — von Erhalt des Status quo bis zu einer Ausrichtung als Premium-Campingplatz. Camper:innen sollten die Veröffentlichungen der Stadtwerke verfolgen und bei geplanter Buchung nachfragen, ob Sanierungsarbeiten oder konzeptionelle Änderungen ihre Aufenthalte betreffen.
Ausblick
Die Entscheidung über den neuen Pächter wird im laufenden Ausschreibungsverfahren gefällt. Wann dieses abgeschlossen ist, ist derzeit offen. Für die Branche wäre eine Übernahme durch eine große Betreibergruppe wie FMTG ein weiterer Hinweis auf die anhaltende Professionalisierung und Segmentierung des Campingmarktes — insbesondere entlang attraktiver Seen wie dem Wörthersee. Andererseits bleibt abzuwarten, in welchem Umfang öffentliche Eigentümer und Aufsichtsgremien größere Investitionen freigeben möchten.
Für aktuelle Informationen empfiehlt wirliebencamping.at, die Veröffentlichungen der Stadtwerke Klagenfurt sowie lokale Berichterstattung zu verfolgen. Falls die FMTG konkrete Konzepte vorlegt, wird das Konsequenzen für Angebot und Positionierung des Platzes haben — vom Standardbetrieb bis hin zu einem möglichen Premium-Produkt ohne direkten Seezugang, aber mit Nähe zum Metnitzstrand und dessen Infrastruktur.